Burnout

Burn-Out-Webausgebrannt!
rien ne vas plus?

Die gute Nachricht vorne weg: der Burnout ist der er­ste Schritt in ein zu­frie­de­nes und er­folg­rei­ches Le­ben, dass auch ge­lebt wird.

Die schlechte Nachricht: Das Burnout-Syndrom ist schmerz­haft und zwingt Glau­bens­sätze und Ver­hal­tens­mu­ster auf­zu­ge­ben, die bis­her grund­sätz­lich gül­tig schie­nen.

Wenn der Druck im Job zu groß wird, Sie sich ihren Auf­ga­ben nicht mehr ge­wach­sen füh­len, unter Angst­zu­stän­den lei­den, nicht mehr schla­fen kön­nen und  we­ni­ger leistungs­fä­hig sind, lei­den Sie mö­gli­cher­wei­se am Burnout-Syndrom.

Doch was ist das eigentlich?
Bei welchen Anzeichen muss ich mir Sorgen machen?
Wie lässt es sich therapieren?
Weitere Infos (Links)

Was ist das Burnout Syndrom?

Das Burnout-Syn­drom ist End- und Hö­he­punkt einer lan­gen Ent­wick­lung, die hof­fungs­voll be­gann und im De­saster en­de­te. Es ist ein Be­griff für den min­destens 100 un­ter­schied­li­che De­fi­ni­tio­nen ex­ist­ie­ren. Er wird für al­le mö­gli­chen Ar­ten von Stress, An­triebs­lo­sig­keit und For­men der De­pres­sion ver­wen­det.
Allen De­fi­ni­tio­nen ge­mein­sam ist die An­nah­me, dass es sich beim Burnout Syn­drom um einen Er­schöp­fungs­zu­stand han­delt, der mit der be­ruf­li­chen Tä­tig­keit zu­sam­men­hängt.
Es ist ein schlei­chen­der Pro­zess und ent­steht nicht von heute auf mor­gen.
Die Ent­wick­lung zieht sich häu­fig über Jahre hin und wird meist nicht be­merkt. Der oder die Be­trof­fe­ne hat den Ein­druck, dass man in sei­ner Lei­stungs­fä­hig­keit nach­lässt, leich­ter ab­ge­lenkt ist und sich nicht so schnell er­holt. Um diese Ent­wick­lung aus­zu­glei­chen stren­gen sich die meisten noch mehr an um ihre bis­her ge­wohn­te Lei­stung zu er­hal­ten. Sie re­du­zie­ren ihre Er­ho­lungs- und Ru­he­zei­ten in­dem sie frü­her mit der Ar­beit be­gin­nen und/oder spä­ter damit auf­hö­ren. Ein An­stieg (un­be­zahl­ter) Über­stun­den ist eines der Früh­sig­nale des Burnout Syndroms.
Häufig werden diese Ent­wick­lun­gen klein geredet: „Es ist halt ge­ra­de viel zu tun, das geht wie­der vor­bei usw.“. Wenn dann noch ein zwei­ter an­hal­ten­der Stress­fak­tor hin­zu­kommt wie z. B. Part­ner­schafts­prob­le­me wird es brand­ge­fähr­lich. Denn bei einem Burnout kommen häu­fig an­hal­ten­de Be­last­un­gen aus zwei oder meh­re­ren Le­bens­be­rei­chen zu­sam­men.
Das Burnout trifft oft Men­schen mit ho­hem Selbst­an­spruch und einer per­fek­tio­nist­ischen Ader, die ihr Selbst­be­wusst­sein über den Er­folg im Job de­fi­nie­ren. Es trifft häu­fig Men­schen mit Ei­gen­schaf­ten, die ei­nen gu­ten Mit­ar­bei­ter aus­zeich­nen – einen, der ehr­gei­zig ist und die Kon­trol­le ha­ben möch­te.
Es ist al­ler­dings ein Vor­ur­teil, dass das Burnout Syn­drom haupt­säch­lich Ma­na­ger träfe. Frau­en sind — wegen der Mehr­fach­be­last­ung durch Fa­mi­lie und Be­ruf — häu­fi­ger be­trof­fen als Män­ner.  Auch Füh­rungs­kräf­te lei­den häu­fig da­run­ter — al­ler­dings trifft es sel­ten das Top-Ma­na­ge­ment, eher die zwei­te Li­nie, die von bei­den Sei­ten viel „Druck” be­kommt. Ri­si­ko­grup­pe sind außer­dem Ver­tre­ter der IT-Bran­che, die oft al­lei­ne und i­so­liert ar­bei­ten müs­sen, eben­so Selbst­stän­di­ge, die hohe Ver­ant­wor­tung und ein ho­hes Ri­si­ko tra­gen.
Auch die Per­sön­lich­keit mit einer niedrigen Re­si­lienz und ho­her Vul­ne­ra­bi­li­tät ist ein Ri­si­ko­fak­tor der zum Burnout Syn­drom füh­ren kann. Ins­be­son­dere die fol­gen­den fünf Per­sön­lich­keits­merk­ma­le gelt­en als Ri­si­ko­fak­to­ren:

  • Per­fektionismus
  • Ehrgeiz
  • Helfersyndrom (aus­ge­präg­ter Alt­ru­is­mus)
  • man­gel­nde Ab­gren­zung (nicht Nein-sagen kön­nen)
  • unzu­rei­chen­des Stress­ma­na­ge­ment (nie­dri­ge Re­si­lienz)

Typische Symptome

Müde, antriebslos, erschöpft: Die An­fän­ge eines Burnout-Syn­droms sind oft un­spe­zi­fisch und schein­bar all­täg­lich. Es ist ein schlei­chen­der Pro­zess, der in Er­schöp­fung auf al­len Ebe­nen en­det: kör­per­lich, gei­stig, emo­tio­nal und in den so­zi­alen Be­zie­hun­gen. Das sind sie klar­sten An­zei­chen, ins­be­son­dere, wenn sie ge­häuft und über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg auf­tre­ten.
Kör­per­lich zei­gen sich die Symp­to­me mei­stens in einer Min­de­rung der kör­per­li­chen Kraft und Aus­dau­er, es tre­ten ver­mehrt Er­käl­tungs­krank­hei­ten auf und nicht sel­ten kommt es zu einem Nach­las­sen der sexu­el­len Lei­stungs­fä­hig­keit.
Geistig tre­ten Stö­run­gen der Kon­zen­tra­tions­fä­hig­keit, der Auf­merk­sam­keit und des Ge­dächt­nis­ses auf. Auch der ana­ly­ti­sche Ver­stand lei­det, so dass es wie­der­holt zu Fehl­ent­schei­dun­gen kommen kann.
Emo­tio­nal zeigt sich das Aus­ge­brannt­sein durch Mü­dig­keit und Ab­ge­schla­gen­heit, Er­schöp­fungs­zu­stän­de, Nieder­ge­schla­gen­heit, De­pres­sion, Selbst­zwei­fel und Angst­zu­stän­de.
In den so­zia­len Be­zieh­un­gen zeigt sich die­ser Pro­zess in der Ver­nach­läs­si­gung von Freund­schaf­ten und Hob­bies — wenn man nur noch seine Ruhe ha­ben will.

Therapie

feeding the mind — feeding the soul

Das Burnout Syndrom hat kein ein­heit­li­ches Ge­sicht, wie etwa klas­si­sche In­fek­tions­er­kran­kun­gen (Ma­sern, Grip­pe …). Es ist ge­nau­so in­di­vi­duell wie die Per­son, die es er­lei­det. Un­ter­schied­li­che Be­rufs­grup­pen zei­gen un­ter­schied­liche Merk­ma­le, un­ter­schied­li­che Per­sön­lichkeits­struk­tu­ren ver­än­dern die­se „grup­pen­spe­zi­fi­sche“ Ge­mein­sam­keit usw.
Die Thera­pie ist höchst in­di­vi­duell be­trifft aber in den mei­sten Fäl­len fol­gen­de Ge­biete:

  • Beruf
  • Beziehung
  • Persönlichkeit
  • Eigenwahrnehmung
  • Ernährung

Um auf diesen Ge­bie­ten er­folg­rei­che Ver­än­der­un­gen zu er­zie­len be­darf es einer­seits Wis­sen, an­derer­seits Emotion.

Das Burnout Syndrom ist keine Krank­heit – und ge­nau aus die­sem Grund ist die The­ra­pie so schwierig.
Nach Mög­lich­keit sol­lte man bei den er­sten Symp­tomen ge­gen­steu­ern. Denn die wich­tig­ste The­ra­pie ist die Prä­ven­tion.

  • Gute Stressmanagement-Strategien
  • eine gelassene Einstellung zum Leben
  • ausreichend Ruhe und Erholung
  • ausreichende Zufuhr von Mikronährstoffen

sind die besten Mit­tel um es gar nicht erst zum Burnout kom­men zu las­sen.

Weiterführende Informationen

Videos:

Welt der Wunder
Deutsche Welle TV
TV-Talk in Phoenix

Texte:

Wikipedia