Vulnerabilität

Vulnerabilität: VerletzbarkeitVerletz­barkeit

Vulnerabilität (lateinisch „vulnus“ Wunde) be­deu­tet so­viel wie „Ver­wund­bar­keit“, „Ver­letz­lich­keit“. Die­ser Be­griff wird neben der Me­di­zin noch in ver­schie­de­nen an­der­en Wis­sen­schaf­ten (Öko­logie, In­for­ma­tik …) be­nutzt.
In der Me­di­zin wird der Be­griff der Vul­nera­bi­li­tät haupt­säch­lich in der Psy­cho­lo­gie und Psychi­atrie ver­wend­et. Die an­deren me­di­zi­ni­schen Fä­cher be­nut­zen zur Be­zeich­nung der Ver­letz­lich­keit den Be­griff der Prä­dis­po­si­tion.
Ich be­nutze die­sen Be­griff aus der Sicht der Psy­cho­lo­gie.

Definition der Vulnerabilität

Vulnerabilität be­zeich­net das Feh­len ge­eig­ne­ter Stra­te­gien und Ver­hal­tens­wei­sen aus einer schwie­ri­gen Si­tu­ation er­folg­reich her­vor­zu­ge­hen und/oder aus ei­ner Ge­fähr­dung  eine an­ge­mes­sene Be­wäl­ti­gungs­stra­te­gie zu ent­wickeln.

Vor allem im Be­reich der Stress­ver­ar­bei­tung und der Trau­ma­ti­sie­rung ist die Vul­nera­bi­li­tät als Ge­gen­stück zur Re­si­lienz wich­tig. (Zum Zu­sam­men­spiel von Resi­lienz und Vul­nera­bi­li­tät: siehe hier.)

Bei hoher Ver­letz­bar­keit ist die Be­last­bar­keit un­ter Stress er­heb­lich ver­min­dert. Des­halb er­lei­den hoch vul­nera­ble Per­sön­lich­kei­ten häu­fi­ger ei­nen Burn­out als an­dere.
Im Fal­le eines trau­ma­ti­sie­ren­den Ge­sche­hens ist bei hoher Vul­nera­bi­lität die Wahr­schein­lich­keit ein PTBS (post­trau­ma­tisches Be­lastungs­syn­drom) zu ent­wickeln deut­lich er­höht.

Im Laufe des Le­bens kommt es im­mer wie­der zu Pha­sen er­höh­ter Vul­nera­bi­li­tät:

  • Pu­ber­tät
  • Schul­ab­schluss
  • Hei­rat
  • Schwan­ger­schaft …

In die­sen Pha­sen ist die An­fäl­lig­keit für stress­be­ding­te Er­kran­kun-fen deut­lich er­höht. Eben­so kommt es in die­sen Pha­sen häu­fi­ger zu psy­chi­schen Er­kran­kun­gen.

Zur Be­deu­tung der Vul­nera­bi­li­tät in der Er­klä­rung der Ent­steh­ung von Psy­cho­sen mit Hil­fe des Vulnerabilitäts-Stress-Modells: siehe hier.