Wissenswertes rund um die ärztliche Hypnose

Wissenswertes zum Thema

Hypnose

Hypnose ist ein Zustand, den nur die wenigsten aus eigener Erfahrung kennen.


Was ist Hypnose

Hypnose bezeichnet sowohl den Zustand der hypnotischen Trance als auch die Technik um diesen Zustand zu erreichen.

Der hypnotische Zustand ist ein alltägliches Phänomen. Er beschreibt im Grunde genommen nur die Konzentration auf einen bestimmten Bewusstseinsinhalt. Dieser Zustand tritt zum Beispiel beim Lesen eines fesselnden Buches oder beim Betrachten eines spannenden Films auf. Wer viel mit dem Auto, insbesondere auf Autobahnen, unterwegs ist, kennt auch das Phänomen der „Highway Trance”. Es bezeichnet Folgendes: Sie fahren auf der Autobahn und stellen auf einmal fest, dass Sie nicht wissen, wo Sie sich befinden und an welchen Ausfahrten Sie vorbeigefahren sind …

Von dieser unbewusst auftretenden Alltagshypnose sind die therapeutische und ärztliche Hypnose sowie die Showhypnose abzugrenzen. Diese werden von aussen hervorgerufen und setzen IMMER ein Einverstandensein des Hypnotisierten voraus. Der Grund: Hypnose ist stets Selbsthypnose. Das heisst der hypnotische Zustand wird vom Hypnotisierten erzeugt und nicht vom Hypnotiseur, auch wenn dies anders aussehen mag.

In den Medien wird, absichtlich oder unbeabsichtigt, der Eindruck erweckt, Hypnose habe etwas mit Macht über andere zu tun und „das Opfer“ sei völlig willenlos und müsse alles tun, was der Hypnotiseur von ihm verlangt. Genau das ist aber nicht der Fall!

Der Hypnotisierte ist sich jederzeit vollkommen bewusst, was um ihn herum un dmit ihm geschieht. Es liegt an ihm mitzumachen oder es eben zu lassen.

Was Hypnose nicht ist

Der hypnotische Zustand ist keine Bewusstlosigkeit. Ganz im Gegenteil: Im Zustand der Hypnose sind Sie sich absolut bewusst, was Sie gerade tun und worum es geht.

Sie können in diesem Zustand allerdings beschliessen zu vergessen, was geschehen ist. Dann erinnern Sie sich auch nicht an die Hypnose.

Im allgemeinen aber erinnern Sie sich ganz klar daran, was geschehen ist. Allerdings kommt es während einer Hypnose nicht selten zu einer sogenannten Zeitdistorsion.

Die Zeitdistorsion beschreibt eine Veränderung des subjektiven Zeiterlebens. So kann beim Lesen eines spannenden Buches die Zeit wie im Flug vergehen, auf dem Zahnarztstuhl aber zäh dahinkriechen. Im Rahmen einer Hypnose bedeutet es, dass die Hypnosedauer entweder über- oder unterschätzt wird.


Manipulation und Hypnose

Werde ich in Hypnose manipuliert?
Eine Frage, die immer wieder auftaucht, vor allem im Erstgespräch.
Meine Antwort: „Ja klar, selbstverständlich. Wären Sie sonst hier?”
Wenn Sie zum Hypnotherapeuten gehen, haben Sie doch schon andere Möglichkeiten ausprobiert um Ihre Schwierigkeiten zu lösen. Ohne Erfolg. Also fordern Sie ihn doch dazu auf, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln Ihr Unbewusstes zu manipulieren um Ihr Ziel zu erreichen. Oder?

Manipulation ja, aber richtig!

Das Problem liegt also nicht in der erwünschten Veränderung (= Manipulation) sondern in der Angst, wie in der Showhypnose manipuliert zu werden. also „zum Affen” gemacht zu werden oder Dinge zu tun bzw. preiszugeben, die Sie nicht wollen. Eine weitere und nicht zu unterschätzende Gefahr besteht darin, dass der Therapeut seine Wünsche oder Probleme auf den Patienten projizieren könnte. Dabei geht es nicht darum, Sie zum Mitglied irgendeiner religiösen oder sonstigen Gruppe zu machen. Das würden Sie ja wohl auch in tiefster Trance mitbekommen.


Der Faktor Therapeut

Die Manipulation ist viel versteckter und wird vom Therapeuten selbst häufig nicht wahrgenommen. Sie ist abhängig vom Weltbild und der Lebensgeschichte des Therapeuten. Wenn ein Therapeut zum Beispiel Probleme mit Macht und Selbstbewusstsein hat. Glauben Sie er könnte Sie erfolgreich und neutral behandeln, wenn es bei Ihnen um diese Probleme geht?
Oder eine Therapeutin wurde als Kind missbraucht und glaubt seither, dass die Mehrzahl der Väter Ihre Töchter missbraucht … Wenn bei Ihnen dann der Verdacht eines Missbrauchs besteht, glauben Sie bei dieser Therapeutin dann in richtigen, vorurteilsfreien Händen zu sein?
Die Schwierigkeiten liegen in den feinen Nuancen der Sprache: Ein neutraler Therapeut würde in diesem Zusammenhang möglicherweise folgende Frage stellen: „Bei Drei finden Sie sich beim ersten Ereignis wieder, das mit diesem Gefühl zusammenhängt, welches Sie gerade in Ihrem Körper wahrnehmen. ”
Die vorbelastete Therapeutin könnte es so formulieren: „Beschreiben Sie mir genau, was Ihr Vater da tut und wo er Sie berührt. ”
Sehen Sie den Unterschied? Wenn ja, wird es Sie jetzt sicher interessieren, wie Sie diese Schwierigkeit umgehen können.

Wie finde ich einen „neutralen” Therapeuten?

Der Wunsch nach einem völlig neutralem, also unbelastetem Therapeuten ist mit Sicherheit unerfüllbar. Das setzt einen Therapeuten ohne Gefühle und Lebensgeschichte voraus. Unrealistisch, oder?
Was ich aber von mir selbst und jedem ernsthaften Therapeuten fordere ist Achtsamkeit. Nicht nur Achtsamkeit mit dem Klienten – das ist ja wohl selbstverständlich – sondern vor allem sich selbst gegenüber. Wenn mich also etwas nervt, dann erlaube ich mir durchaus mal eine bissige Bemerkung in meinem Blog oder so. Gleichzeitig aber schaue ich auch nach, was es für mich bedeutet und mit mir selbst zu tun hat.

Gibt es eine Möglichkeit den Therapeuten zu testen?

Sicher keine „objektive“. Rufen Sie doch den Therapeuten, der Sie interessiert, einfach an. Erzählen Sie ihm von Ihren Schwierigkeiten und stellen Sie ihm ein paar Fragen. Und wenn dieser Therapeut eine Homepage hat, die auch noch Artikel enthält, die die Weltsicht des Therapeuten darstellen, ist dass natürlich noch besser. Wenn Ihre Menschenkenntnis funktioniert, haben Sie damit recht gut Chancen an Ihren Therapeuten zu geraten, der Sie „wunschgemäß″ manipuliert.


 Methoden der ärztlichen Hypnose

Es gibt selbstverständlich eine Vielzahl von Verfahren und Konzepten in der Hypnotherapie jede hat ihre Berechtigung und Wirkung. Wegen der unüberschaubaren Vielfalt beschränke ich mich auf einee Auswahl von Methoden, die sich natürlich stets wandelt. Die Auswahl folgt meinen Erfahrungen und Vorstellungen, von dem was ist und wie wir Menschen ‚funktionieren’. Im Folgenden zwei Methoden der ärztlichen Hypnose, die ich häufig anwende, oft modifiziert, und die nur einen kleinen Ausschnitt aus meinem Repertoire darstellen.

Ego-State-Therapie

Die Ego-State-Therapie (englisch: Ego State Therapy) wurde von John und Helen Watkins entwickelt. Sie basiert auf der Theorie, dass die Persönlichkeit aus verschiedenen Ich-Anteilen (Ego States) besteht. Diese Anteile sind umgrenzte und beschreibbare „Unter-Persönlichkeiten“. Sie ist wirksam bei Posttraumatischer Belastungsstörung, Borderline-, Angst- oder Sexualstörungen und dissoziativer Identitätsstörungen.

Time-Line-Therapie

Die so genannte Time-Line-Therapie wurde von Tad James und Wyatt Woodsmall entwickelt. „Walking the time line” als Vorgänger dieser Methode war bereits in den 70er Jahren von Richard Bandler und John Grinder entwickelt worden. Dabei geht man körperlich über eine imaginäre Zeitlinie. Tad James entdeckte, dass bereits die blosse Vorstellung dieser Zeitlinie ausreicht um ein therapeutisches Ergebnis zu erreichen. Hierbei schwebt man über einem bestimmten zeitlichem Abschnitt der eigenen Geschichte und kann nun durch eine Veränderung der Position das hier geschehene (häufig traumatische) Ereignis auflösen. Time-Line-Therapie ist ein wertvolles Werkzug der ärztlichen Hypnose  und ist  wirksam bei Posttraumatischer Belastungsstörung, Angst- oder Sexualstörungen, Blockaden.


Interview mit einem Hypnosetherapeuten

 Weitere Informationen zu Hypnose finden Sie auch bei Wikipedia.